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Vom lasziven Flügelschlag des Gänsegeiers

Duo Discus im Gegenlicht

Der erste Flug alleine im Diskus “2C” war lediglich ein Spaziergang in der Nachbarschaft. Noch ist alles neu und unbekannt, vieles sieht ähnlich aus, später wird man nicht mehr verstehen wie man es hatte verwechseln können. Noch sind die Flugplätze Kennungen und Richtungsangaben im Flugrechner, noch weiß man nicht an jeder Krete, in welcher Richtung man sie finden wird. Noch herrscht der Zauber des Neuen – und oh! es gab Neues zu erleben. Turbulentes Steigen in Achtern an den Hängen bei Barcelonette, stilles Steigen vor (und über) einer Wolke am Lac de Serre, sehnsüchtige Blicke in die schroffe Bergwelt der Ecrins.
Auf dem Rückweg ein Abstecher an die Kalkfelsen des Pic de Bure, in der späten Abendsonne immer noch eine sichere Aufwindquelle, doch ruppig und zerrissen. Dort sehe ich den Geier etwas unter mir im heißen Hangwind. Träge schlägt er einmal mit den Flügeln, wie ein Augenaufschlag langer Wimpern, der Wirkung wegen in die Länge gezogen.

Später (ich fliege sehr viel schlechter als das Tier) ziehe ich langsam an dem Geier vorbei, ein paar Meter tiefer, überhole ihn an seiner linken Seite. Er hält seinen Kurs; würdevoll blickt er zu meinem steifen weißen Vogel herüber. Ich fühle mich geehrt.

OLC090821

Soaring in the French Alps…

SPIEGEL über Google und das “Netz”

Es ist kaum zu glauben , aber endlich hat mal ein Journalist begriffen, welcher Paradigmenwandel im Verlagswesen gerade stattfindet.
Nein, dieser Satz ist falsch und unfair (obwohl ich einige Journalisten kenne, die nicht begriffen haben was vor sich geht.) Der Satz muß lauten: Konrad Lischka durfte endlich auf SPIEGEL-Online über den Paradigmenwechsel schreiben, der gerade stattfindet.
Verwunderlich aber bleibt, daß Autoren der FAZ, der Welt, oder der Süddeutschen auf prominentem Platz über das böse, böse Netz lamentieren dürfen, ohne die wesentlichen theoretischen Texte über das Netz und die Wirtschaft im Netz gelesen zu haben. Solche öffentlich vorgeführte Ahnungslosigkeit finde ich zum Kotzen.
Danke Konrad Lischka!

Update 23. Juli 2009:
Eigentlich war mir bis vor einem halben Jahr Frau von der Leyen ja recht sympathisch. Ihre Aktionen, die ihr den Namen “Zensursula” einbrachten verstehe ich jedoch nicht. Heute titelt SPON:

“Von der Leyen fordert Benimm-Regeln”
Zusammen mit Verantwortlichen und Jugendlichen müsse
ein Benimm-Katalog erarbeitet werden…

Entweder ist diese Frau wie viele ihrer Generation hinsichtlich des Internets und der damit verbundenen kulturellen und gesellschaftlichen Verwerfungen völlig ahnungslos (und somit in den selben Sack zu stecken, wie die oben erwähnten Journalisten). Oder die Ministerin beginnt schon mal den Bundestagswahlkampf und besetzt prominente “Law-and-Order”-Positionen. Aber auch das zeugt von ausgesprochener Ahnungslosigkeit: Hartz-IV-Empfänger und Mindestlohnangestellte werden Frau von der Leyen eh nicht wählen, weil sie deren einen wichtigsten Posten des Einkommens wegnahm.
Fällt Frau von der Leyen nicht auf, daß sie mit ihrem Vorstoß die Intelligenz ihrer potentiellen Wähler beleidigt?
Welchen Sinn hat das? Warum nicht auch das Fluchen am Telefon und obszöne Formulierungen in Briefen verbieten? Herr wirf Hirn herunter!

Also, hier die To-Do-Liste: Frau von der Leyen lese doch bitte mal Herrn Klischkas kompetent formulierten Text zur kulturellen Natur des Internets: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
Und die Herren Journalisten, Verwerter und selbsternannte Urheberrechtsverteidiger lesen bitte Chris Andersons gut verständliches Werk The Long Tail. Trotz des englischen Titels auch in deutscher Übersetzung erhältlich.

vor 40 Jahren: 20. Juli 1969

FILES-US-SPACE-NASA-APOLLO Vor vierzig Jahren weckten mich meine Eltern früh am Morgen und setzten mich vor unseren Schwarz-Weiß-Fernseher. Meine Mutter sagte, daß dies ein Moment der Weltgeschichte sei. Mir war schon klar worum es ging, schon seit Monaten fieberte die ganze Welt mit den drei amerikanischen Raumfahrern. Noch heute kann ich die Namen herunterratteren: Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins. Am 21. Juli 1969 um 02:56:20 UTC (in den USA war es noch der 20. Juli) betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond: „That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind!“

Die folgenden Jahre bestand eines meiner Lieblingsspiele darin den weißen Motoradhelm meines Vaters aufzusetzen und mir einen weiß angemalten Pappkarton auf den Rücken zu schnallen. Dann hüpfte ich im Kanguruhstil durch die Wohnung oder über den Rasen vor unserem Haus. Tatsächlich sah ich aber die gleißende Sonne über einem schwarzen Firmament, sah die Spiegelung meines Raumanzugs im Sonnenschutzglas meines Kameraden.
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Ich konnte alle Stadien der gesamten Mission zeichnen, es gibt sogar einen Super-8-Film davon. Ich zeichne die Vorbereitungen, den Start der Saturn-V-Rakete, jede einzelne abgetrennte Raketenstufe verdiente eine eigene Zeichnung. Besonders knifflig zu Zeichnen war das Andockmanöver des Mondlanders mit der Kommandokapsel. Und dann kamen die Highlights dran: die Landung auf dem Mond, die ersten Schritte, das Aufstellen der amerikanischen Fahne, die Hopser und all das – und dann am Ende der Mission der Rückflug vom Mond, nach Hause. Ich erklärte jeden Schritt ausführlich und steuerte obendrein den Soundtrack bei. Besonders mochte ich den Sound der Raketen und dann das Flap-Flap der Rotoren des Sikorsky-Hubschraubers, welche die Kommandokapsel aus dem Pazifik fischte.

Diese Astronauten waren so lässig. Lange wollte ich Astronaut werden.

worlds most famous footprint

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Verspäteter Nachschlag zu Frau von der Leyens Kinderpornogesetzen

Andrew Hammel schreibt eines meiner beiden Lieblingsblogs. Da er sich so gut auskennt und auch sein Blog so bekannt ist, finden sich dort immer andere interessante Autoren ein – womit dann meine Leselust wieder neues Futter bekommt. Vor kurzem wurde Andrew so auf Constanze Huthers Blog aufmerksam. Beim Stöbern fand ich dieses Gedicht:

Die Gefahren des Internet und ein praktischer Vorschlag zur Abhilfe.

Finde ich in düst’ren Foren
ein Rezept für Bombenbau
fühle ich mich auserkoren
und notiere es genau.

Lese ich: “Fight on, White Power!”
ist die Toleranz dahin
Mein Umgangston wird deutlich rauer
weil ich jetzt ein Nazi bin.

Stoß’ ich dann auf Porno-Kinder
werd’ ich – Zack! – zum Bösewicht
Sind die Jahre noch so minder
Mich Zufallsnutzer stört es nicht.

Des Menschen Geist ist nicht verlässlich:
Krankes macht ihn ungesund
Sieht er Böses, wird er hässlich
angesteckt von Schmutz und Schund.

Für Netz-Hygiene tut drum alles
macht die dunklen Ecken hell
Und, im Falle eines Falles,
Verbietet schlicht HTML.

Mir gefällt besonders der kindliche Ton des Gedichts, der auf’s trefflichste die Albernheit des ganzen Vorgangs karikiert. Noch mag ich nämlich nicht an eine Verschwörung glauben, auch wenn solche Interpretationen möglich sind. Noch glaube ich daran, daß es sich – wie so oft – um massive, bornierte Unkenntnis der handelnden Personen handelt. So lautete die schöne Entgegnung auf den Satz “Die wirklich wichtigen Entscheidungen werden ganz woanders getroffen”: “Nein. Die wirklich wichtigen Entscheidungen werden gar nicht getroffen.”

Verteidigung der Urheberrechte von falscher Seite

Mitte Mai versandte der Vorstand der Illustratorenorganisation den Aufruf den Heidelberger Appell zu zeichnen (d.h. eine Bundestags-Petition zu unterzeichnen).

Das auslösende Skandalon war der laxe Umgang mit der Text-Urheberschaft im Rahmen des Projekts Google Books. Der Ton des Appells deutete darauf hin, daß uns die Vorgänge als Illustratoren ebenso träfen wie andere Autoren und Urheber.
Eine kleine Recherche enthüllte allerdings, daß in “Google Books” vornehmlich wissenschaftliche Texte zugänglich gemacht werden, insbesondere längst vergriffene Werke verstorbener Autoren.
Roland Reuß, der Urheber des “Appell”, entpuppt sich als Literaturwissenschaftler, dessen Büchlein über Heinrich Heine unvollständig und falsch zugeordnet in Google Books auftaucht. Er fühlt sich – zu Recht – in seiner Leistung angegriffen, denn genau in dieser Genauigkeit liegt wissenschaftliche Leistung, insbesonders in einer behaupteten Wissensgesellschaft, die eine Meritokratie anstrebt.

Die Kritik an Google Books vermengt Roland Reuß, der Initiator des Heidelberger Appells, jedoch auch gleich mit einem Angriff gegen die Open-Access-Initiative und nun wird deutlich wessen Interesse hier tatsächlich vertreten wird. (Ich vermute hier ausnahmsweise Absicht und Verschwörung!).

Denn bei der Open-Access-Initiative geht es eigentlich um eine Selbstverständlichkeit: Ergebnisse der deutschen (und europäischen) Forschung werden i.d.R. aus Steuermitteln finanziert. So sollten diese Ergebnisse auch allen Bürgern frei zur Verfügung stehen, auf jeden Fall anderen Studenten und Forschern aus dem Wissenschaftsbetrieb. Jetzt wird mancher fragen ” aber ist das denn nicht so?”… Nein. leider nicht. Tatsächlich veröffentlichen viele Wissenschaftsautoren in Verlagen unter Vertragsbedingungen bei denen das Wort “geistiges Eigentum” eine völlig neue Bedeutung gewinnt. Das geht so weit, daß die Unibibliotheken die Veröffentlichungen bei den Verlagen kaufen müssen und der Inhalt der Forschung nicht digital zugänglich gemacht werden darf!

Amerika hat dahingehend ein völlig anderes Selbstverständnis: was der Steuerzahler zahlt, hat ihm auch zugänglich gemacht zu werden. Als ein Beispiel kann man GPS nennen. Ursprünglich als rein militärisches Projekt geplant, wurde vor dem Kongreß (oder dem Senat? ) die Öffnung für die Public Domain erzwungen. Und genau so, wie ich – hier in Deutschland – mit meinem iPhone die Navigationsfähigkeiten Ronald Reagans Starwarsprojekt nutzen darf, kann ich Millionen amerikanischer Wissenschaftspublikationen im Internet durchforsten.

Was hat es also mit dem “Heidelberger Appell” wirklich auf sich? Ich behaupte, daß es sich um den verschleierten Versuch handelt fundamentale gesellschaftliche Prozesse, die durch die Erfindung des PC und des Internets entstanden sind (siehe auch geistige Allmende) zu stoppen und Geschäftsmodelle zu schützen, die seit einem Jahrzehnt überholt sind und für die man keinen kreativen Ersatz fand.

Als Vergleich drängt sich geradezu der Untergang der Musikindustrie an. Wohlgemerkt: der Untergang der Industrie – nicht der Musikproduktion. Es kann kaum einen Zweifel geben, daß heute mehr unterschiedliche Musik produziert und konsumiert wird als noch vor zehn Jahren. Was es heute nicht mehr gibt, sind die Super-Acts wie weiland die Rolling Stones oder die Beatles, die alleine 50% der Gesamtumsätze eines Labels erwirtschafteten. (Siehe auch Christian Schlüters interessanten Kommentar zur Absage der Popkomm Times Mager: Alles Lüge)
(Für die Erklärung dieses Phänomens lese man bitte The Long Tail von Chris Anderson)
Die Debatte um die Verteidigung der Urheberrechte ist demnach verlogen, jedenfalls so, wie sie von den großen Musikverlagen geführt wird. Tatsächlich geht es um die Bewahrung der Pfründe (musikalisch) untalentierter Parasiten, die heute darüber weinen, daß sie nicht mehr benötigt werden. Das ist nicht anders, als Kurpfuscher, die die Erfindung des Penicillin bekämpfen wollen.

Was geht uns als Illustratoren das alles nun an? Wenn ich’s recht bedenke – erstmal gar nichts. Soweit ich die verschiedenen Diskussionen verfolgt habe, sei es in den IO-Foren, sei es in Gesprächen auf Stammtischen und mit Kollegen, besteht unser Problem nicht in der Verletzung unserer Rechte. So etwas kommt sicher vor, aber wir haben in der BRD eine recht urheberfreundliche Rechtsprechung und ich beobachte eher, daß sich niemand traut begangene Rechtsverletzungen zu verfolgen. Es mangelt also an Zivilcourage und Selbstbewußtsein unsererseits. Und vielleicht auch einer Rechtsschutzversicherung, die speziell auf uns zugeschnitten ist. (In diesem Zusammenhang plädiere ich für einen IO-eigenen Prozesskostenfond.)

Unser eigentliches Problem besteht darin von unserer Arbeit leben zu können. Bevor wir uns in Diskussionen über mangelndes Rechtsbewußtsein bei Google verzetteln, ginge es zunächst mal darum (insbesonders bei den Verlagen) einen Mindesthonorarsatz zu etablieren. Da liegt der Hase im Pfeffer. Und vielleicht sollten wir uns einfach an den Gedanken gewöhnen, daß es ein Zeichen von Professionalität ist, bestimmte Auftragsfelder nicht zu bedienen, weil das chinesische 0-8-15-Illustratoren besser (weil billiger) können.

Worum wir uns kümmern könnten, wäre ein Gegenstück zu iTunes zu erfinden – ein Selbstverlag der Autoren, Illustratoren, Zeichner, Künstler. Im Moment ist die Situation so, daß man meist das Gefühl hat, daß der Schwanz mit dem Hund wedelt. Es gibt kaum mehr den Verlag, der an „seinen“ Autor oder Künstler glaubt und ihn fördert und begleitet. Ganz im Gegenteil habe ich erlebt, daß „mein“ Verlag mir sofort mit Schadensersatzklagen drohte, als er vermutete ich wolle oder können meine Vertragsverpflichtungen nicht erfüllen. (Mir drohten Schadensersatzklagen in Höhen von € 10.000,- bis 30.000,- bei einem erwarteten Honorar von max. 1.800,- bei drei Auflagen) Wir haben keinen Einfluß auf das Marketing, das Konzept, und damit auf die Verkäufe – warum sollen wir uns mit 50 Cent pro verkauftem Buch abspeisen lassen? Wieso sollen wir als Illustratoren ein Risiko mittragen, das wir nicht beeinflußen können?

Ein Selbstverlag stellte in dieser Hinsicht die Verhältnisse auf die Füße. Heutzutage ist das Risiko ein Buch oder ein Magazin zu veröffentlichen sehr überschaubar geworden. Das Marketing können wir selber übernehmen – oder überlassen das anderen, die an den Verkäufen beteiligt werden. Ist unser Konzept verkäuflich, wird es ein kommerzieller Erfolg. Aber auch „ambitionierte“ Projekte finden so ihr Publikum – auch Projekte, die sonst nie einen Verleger gefunden hätten.

Mehr im nächsten Teil:
Was müßte solch ein Selbstverlag zur Verfügung stellen:
Eine Marke. ISBN-Nummern. Einen Marktplatz: Autoren, Illustratoren, Lektoren, Graphiker kommen zusammen.

Vimeo

When I was found by this very nice video by Aura Dione I remembered that I wanted to feature another brillant movie from the Vimeo site. It’s called “Bathtub IV” by Keith Loutit. I have to restrain myself from visiting vimeo, there are so many extraordinary creative clips to be found, I would never be able to finish any of my jobs…

Bathtub IV from Keith Loutit on Vimeo.

Honorardiskussionen…

Zum Glück kommt das nur noch sehr selten vor, und wir wissen auch was dann zu tun ist, aber so ist es tatsächlich.

Found at laughingsquid. Made by Scofield Editorial.

Spam-Lyrik

Vor einigen Tagen habe ich zwei mysteriöse SPAM-Mails bekommen – wobei ich mir noch im Unklaren bin, ob es wirklich SPAM ist oder nicht doch eher eine Guerilla-Aktion um Interesse an Lyrik zu wecken. Ich habe mal ein paar der Zeilen bei Google eingegeben und die Urheber ermittelt… Sehr schön finde ich die manieristische Schreibweise der Umlaute. Bisher hatte ich weder von Georg Heym noch von Hermann Allmers je etwas gehört. Auch Ludwig Pfau war mir gänzlich fremd. So bildet SPAM! Also doch HAM.

Darla Armstrong dichtete z.B.:

Und Lieb’ und Ruhe trinken (Heinrich Heine: Auf Flügeln des Gesangs)
Mein Aug und Herz.
Verzeih mir’s Gott, es regte sich der Iste. (Goethe: Das Tagebuch)
Und ihr fragt mich noch, was ich dort will tun? (Hermann Allmers – Der Halligmatrose)
Noch dein Geist, dein Geist der Freude
Er sann auf einen Liebesbrief,
Jedem Mut fu:r seine Leiden,
Da trieb im Meer bei Norderney (Joachim Ringelnatz: Logik)
Wie ein ertrunknes Vo:lkerheer (Gottfried Keller: Herbstnacht)
Murx den Europa:er! (Paul Scheerbart: Indianerlied)
nicht in der Schu:ssel, nicht auf dem Teller.

und Patricia Hopkins schickte mir dieses Gedicht:

Ich weiss von keiner Plage, (Ludwig Pfau: Der Geiger von Oppenau)
Drei kurze Monde sind verronnen, (Droste-Hülshoff: Die Vergeltung)
So wird der Scho:nen Herz, eh’ Nacht und Tag verfliessen, (C.F.Gellert: Der erhörte Liebhaber)
hoch mag wohl der Himmel sein?”
Doch Meister Iste hat nun seine Grillen
Du ka:mst in keine fremde Hand.
Da schrie der alte Herr wie besessen:
den so schwerlich ein sterblich Aug durchdringt; (Goethe: Warum gabst du uns die tiefen Blicke)
ein Ra:tsel, das dich einst bewegt,
Unter dem fallenden Jahr ohne Trost. (Georg Heym: Im kurzen Abend)
Und wie so Nacht und Nebel weben,

Wenn sich SPAM in diese Richtung entwickelt, dann laß’ ich mir das gefallen… Andererseits muß ich an Umberto Ecos “Das Foucault’sche Pendel” denken, in dem der Apple II namens Abulafia aus Versatzstücken verschiedenster Verschwörungstexte neue Geheimtexte sampelt.

Freunde

Michael Meier und Christof Fryckowski

Michael Meier und Christof Fryckowski

Gerade stoße ich auf eine Zeichnung, die ich im Sommer 2003 in Frankreich machte. Darauf sind gleich zwei Freunde zu sehen, die im vergangenen Jahr starben. Links: Michael Lorenz Meier, genannt “Milomei”. Ich hatte auch andere Fluglehrer, aber er war mein Fluglehrer. Um ihn und seiner Frau Antje scharten sich viele Flugschüler und wir hielten ihnen die Treue, denn ohne die beiden hätte das Segelfliegen nie so viel Freude gemacht. Unter anderem verbrachten wir vier Wochen gemeinsam in Australien, nur um zu Fliegen – welch wundervoller Urlaub. Michel starb Anfang letzten Jahres nach schwerer Krankheit – zu früh, mit nicht mal 70 Jahren.

Rechts auf der Zeichnung sieht man Christof Fryckowski. Feinsinniger Künstler, Zeichner, Programmierer, Koch, Dichter und Pilot einer ASW 15. Anfang der achtziger Jahre verließ er seine polnische Heimat, weil ihm die Freiheit über alles ging. Er liebte das Leben, die Frauen, die Fliegerei. Auf seinem neuen Heimatflugplatz Grambeker Heide traf ihn ein Windenseil am Kopf. Christoph war auf der Stelle tot.

Ich ahne, daß ein Moment kommen mag, wenn alle Freunde gegangen sind, da man auch gehen möchte.